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Wähle links ein Manöver aus – rechts erscheint die ausführliche Beschreibung mit Schritten und Skizze.

Wende

Bei der Wende dreht das Boot mit dem Bug durch den Wind. Das Vorsegel schlägt dabei kurz, bevor es auf der neuen Seite wieder füllt. Die Wende ist das sicherste Manöver, um die Halse zu vermeiden, da der Wind das Boot beim Drehen abbremst.

  1. Fahrt aufnehmen und etwas anluven, damit genügend Schwung für die Drehung vorhanden ist.
  2. Kommando „Klar zur Wende?“ – Crew bestätigt „Ist klar!“
  3. Kommando „Ree!“ – Ruder gleichmäßig zur Leeseite legen.
  4. Vorschot lösen, sobald das Vorsegel killt, und auf der neuen Seite dichtholen.
  5. Auf neuem Kurs abfallen, Segel trimmen und Fahrt wieder aufnehmen.

Tipp: Nicht zu langsam in die Wende gehen – sonst bleibt das Boot im Wind „hängen“ (in Irrfahrt).

Wende

Skizze: Wende
Schematische Darstellung

Halse

Bei der Halse dreht das Heck durch den Wind. Das Großsegel wechselt dabei mit Schwung die Seite. Die Halse erfordert mehr Aufmerksamkeit als die Wende, weil der Baum schlagartig überkommt – Kopf einziehen und Großschot kontrolliert führen.

  1. Vor dem Wind anfahren (Raumschots- bis Vorwindkurs).
  2. Kommando „Klar zur Halse?“ – Crew bestätigt „Ist klar!“
  3. Großschot dichtholen, damit der Baum einen kurzen Weg hat.
  4. Kommando „Halse!“ – Ruder legen, das Heck dreht durch den Wind.
  5. Sobald der Baum überkommt, Großschot kontrolliert wieder fieren und auf neuem Kurs trimmen.

Tipp: Bei viel Wind die Halse vermeiden oder besonders vorsichtig fahren – Gefahr der Sonnenschuss-/Patenthalse.

Halse

Skizze: Halse
Schematische Darstellung

Aufschießer

Beim Aufschießer luvt das Boot bis in den Wind an. Die Segel killen, der Druck fällt weg und das Boot verliert Fahrt. Der Aufschießer ist die Grundlage zum Anlegen an Steg oder Boje sowie für das Manöver „Mann über Bord“.

  1. Anfahrt so wählen, dass das Ziel am Ende des Aufschießers genau in Luv liegt.
  2. Ruder legen und gleichmäßig anluven, bis das Boot in den Wind zeigt.
  3. Schoten fieren, sobald die Segel killen – der Restschwung trägt das Boot zum Ziel.
  4. Den Aufschießweg (Schwungstrecke) je nach Windstärke und Beladung abschätzen.
  5. Punktgenau zum Stillstand kommen – fest- oder ablegen.

Tipp: Probe-Aufschießer fahren, um den Schwungweg deines Bootes bei den aktuellen Bedingungen zu kennen.

Aufschießer

Skizze: Aufschießer
Schematische Darstellung

Mann über Bord

Beim Manöver „Mann über Bord“ (MOB) gilt es, sofort zu reagieren und kontrolliert zum Verunglückten zurückzukehren. Ziel ist ein langsamer Aufschießer, bei dem die Person an der Leeseite aufgenommen werden kann.

  1. Laut „Mann über Bord!“ rufen, Rettungsmittel (Rettungsring/-kissen) sofort werfen.
  2. Eine Person beobachtet ständig den Verunglückten und zeigt mit ausgestrecktem Arm.
  3. Auf Halbwindkurs gehen, um Abstand und Übersicht zu gewinnen.
  4. Wenden (nicht halsen) und im weiten Bogen zurück unter den Verunglückten.
  5. Im Aufschießer mit killenden Segeln an der Leeseite stoppen und die Person aufnehmen.

Tipp: Anluven zum Aufschießer – die Person immer an der Leeseite aufnehmen, nie unter dem schlagenden Baum.

Mann über Bord

Skizze: Mann über Bord
Schematische Darstellung

Anlegen

Beim Anlegen unter Segel wird möglichst gegen den Wind (oder gegen die Strömung) angefahren, sodass ein Aufschießer das Boot am Steg zum Stehen bringt. Rechtzeitige Vorbereitung von Fendern und Leinen ist entscheidend.

  1. Wind- und Strömungsrichtung am Liegeplatz beurteilen.
  2. Fender und Leinen rechtzeitig klarlegen.
  3. Gegen Wind/Strom anfahren und im Aufschießer längsseits zum Stehen kommen.
  4. Vorderste Leine zuerst belegen, dann Heckleine und Springer.
  5. Segel bergen und Boot gesichert festmachen.

Tipp: Lieber langsam und mit mehreren Anläufen als zu schnell – ein Boot ohne Bremse verzeiht keinen Schwung.

Anlegen

Skizze: Anlegen
Schematische Darstellung

Ablegen

Beim Ablegen muss zunächst genügend Abstand vom Steg gewonnen werden, bevor die Segel Druck aufnehmen. Wind und Strömung bestimmen, in welche Richtung das Boot abgedreht werden muss. Bei beengten Verhältnissen wird das Boot zunächst von Hand abgedrückt.

  1. Wind- und Strömungsrichtung beurteilen und Ablegerichtung planen.
  2. Segel segelfertig machen (falls noch nicht gesetzt).
  3. Leinen lösen und Boot vom Steg abdrücken.
  4. Abfallen und erst dann die Segel füllen lassen.
  5. Fender und Leinen einholen, sobald freie Fahrt sicher ist.

Tipp: Boot erst völlig frei vom Steg bringen, bevor die Segel Druck aufnehmen – sonst droht unkontrolliertes Andriften.

Ablegen

Skizze: Ablegen
Schematische Darstellung

Reffen

Reffen bedeutet, die Segelfläche zu verkleinern, wenn der Wind zunimmt. Ein rechtzeitig gerefftes Boot läuft ruhiger, krängt weniger und lässt sich besser steuern. Faustregel: Wer ans Reffen denkt, sollte es bereits tun.

  1. Frühzeitig entscheiden – reffen wird mit zunehmendem Wind immer schwieriger.
  2. Boot beidrehen oder anluven, um Druck aus den Segeln zu nehmen.
  3. Großfall etwas fieren und das Segel auf die Reffhöhe herunterlassen.
  4. Reffkausch am Baum einhängen, Reffleinen durchsetzen und Großfall wieder durchsetzen.
  5. Kurs wieder aufnehmen und Trimm kontrollieren.

Tipp: Das Vorsegel anteilig mitverkleinern, damit das Boot ausbalanciert bleibt (kein übertriebenes Luvgieren).

Reffen

Skizze: Reffen
Schematische Darstellung

Ankern

Beim Ankern wird das Boot über den Anker am Grund gehalten. Entscheidend sind ein geeigneter Ankergrund, ausreichende Stecklänge (Kette/Leine) und ein kontrollierter Aufschießer beim Fallenlassen.

  1. Ankerplatz wählen: genügend Wassertiefe, guter Haltegrund, Schwojkreis frei.
  2. Gegen den Wind anfahren und im Aufschießer zum Stehen kommen.
  3. Anker fallen lassen, sobald das Boot leicht rückwärts treibt.
  4. Stecklänge ausgeben (Faustregel ca. das 3–5-fache der Wassertiefe) und belegen.
  5. Prüfen, ob der Anker hält (Landpeilung) – sonst neu ankern.

Tipp: Niemals den ganzen Schwung auf die Ankerleine geben – erst Fahrt abbauen, dann Anker stecken lassen.

Ankern

Skizze: Ankern
Schematische Darstellung